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74. Krippenausstellung „Und sie fanden das Kind“

Der Evangelist Lukas berichtet uns von der Geburt des Gottessohnes Jesus Christus vor gut zweitausend Jahren in Betlehem. Seine Mutter Maria wickelte ihren Erstgeborenen in Windeln und legte ihn in eine Krippe, also in einen Futtertrog für Vieh. Die Hochschwangere und ihr Mann Josef hatten offenbar mit einem Stall als Unterkunft vorlieb nehmen müssen, vielleicht weil alle Gasthäuser in Betlehem einer Volkszählung wegen belegt waren. Möglicherweise hatte es dort aber auch aus irgendeinem anderen Grund keinen Platz für sie gegeben. Lukas geht darauf nicht näher ein. In hygienischer Hinsicht mag ein leerer und gereinigter Stall jedoch für das Neugeborene und seine Mutter weniger gesundheitsgefährdend gewesen sein als eine überfüllte öffentliche Herberge.

Lukas berichtet weiter, dass in der Gegend, wo Gottes Sohn auf die Welt kam, Hirten auf dem freien Feld lagerten und des Nachts ihre Herde bewachten. Ein Engel erschien ihnen und verkündete ihnen die Geburt des Erlösers. Wenn sie nach Betlehem gingen, würde sie ihn als Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Die Hirten glaubten den Worten des Engels und machten sich auf den Weg: „So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in einer Krippe lag.“ (Lukas 2,16)

„Und sie fanden das Kind“ lautet der Leitgedanke der Telgter Krippenausstellung 2014/15. Es ist die 74. im 80. Jahr des Museumsbestehens - in seinem Gründungsjahr 1934 präsentierte das „Wallfahrts- und Heimatmuseum“ ab Anfang Dezember die Sonderausstellung „Die Weihnachtskrippe in der Volkskunst“. Es startete damit eine Ausstellungsserie, die in Deutschland einmalig ist.

Auch bei der diesmaligen Krippenausstellung haben wieder rund 120 Krippenkünstler den Worten der Evangelisten Lukas und Matthäus geglaubt und das Jesuskind in neuen Krippengestaltungen gefunden. Mehr als 140 Mal haben sie die biblische Weihnachtsgeschichte in anschauliche Bilder gesetzt, die von majestätisch anmutenden Kirchenkrippen aus Bildhauerwerkstätten bis zum fröhlichen Trickfilm reichen, in dem Schülerinnen und Schüler aus Saerbeck die Geschichte eines Esels nacherzählen, der trotz vieler Widrigkeiten bis nach Betlehem gelangt, um dem Christuskind zu begegnen.

Die Krippenschaffenden haben sich aus ganz Westfalen eingefunden. Zudem kommen einige Beiträge von weiter her, so wurde ein großes Wandbild auf der Pazifikinsel Guam für die Ausstellung gestaltet, und vier Steinskulpturen entstanden im afrikanischen Simbabwe, weil ihre Künstler bei der Krippenausstellung im münsterländischen Telgte dabei sein möchten. Von Kindergartenkindern bis zur hochbetagten Rentnerin ist die Altersspanne weit gestreckt. Entsprechend abwechslungsreich und phantasievoll erweisen sich ihre Arbeiten.

Immer wieder fallen Gestaltungen auf, welche die Suche nach dem Gotteskind in die heutige Zeit übertragen haben und unsere Gegenwart in die christliche Überlieferung einbinden. Da warten Überraschungen auf die Besucherinnen und Besucher. So bleibt die Ausstellung aktuell und spannend. Und selbstverständlich rundet sie auch die Advents- und Weihnachtszeit stimmungsvoll mit schönen Krippendarstellungen ab. Auch wenn die Geburt von Jesus Christus schon zweitausend Jahre zurück liegt, hält uns ihre Vergegenwärtigung noch immer in ihrem Bann.

Die Ausstellung ist vom 16. November bis zum 31. Januar 2015 täglich
von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am 25. Dezember und Neujahr von 14 - 18 Uhr,
am 24. und 31. Dezember geschlossen.


Eintritt für Erwachsene 4,00 Euro,
in Gruppen ab 10 Pers. 3,00 Euro,
bis 18 Jahre Eintritt frei

Führungen auf Anfrage (Gruppen bis 25 Pers.), 35 Euro
Katalog: Und sie fanden das Kind. Die 74. Telgter Krippenausstellung.
Telgte 2014. 120 Seiten. 7,00 Euro

Träger: REGIO Westfälisches Museum für religiöse Kultur GmbH mit den Gesellschaftern Kreis Warendorf, Bistum Münster, Stadt Telgte,
Stadt Münster und Handwerkskammer Münster
Text: Thomas Ostendorf; Fotos: Tom Heller; Gestaltung: Ruhrgrafen,
Thomas Wienand

© REGIO Westfälisches Museum für religiöse Kultur GmbH, Telgte 2014

Weitere Termine und Informationen zur Ausstellung:
Öffentliche Führungen
Veranstaltungskalender
Flyer zur 74. Krippenausstellung als PDF, 1,5 MB
Pressemitteilungen

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