Frömmigkeit bezeichnet jene Handlungen und Verhaltensweisen im Alltagsleben oder im kirchlichen Bereich, hinter denen sich eine religiöse überzeugung spiegelnde innere Haltung verbirgt.
Die Ausstellung des Museums zeigt zur Zeit ausgewählte Aspekte der
Frömmigkeitsgeschichte, schwerpunktmäßig der katholischen Frömmigkeit im
Münsterland. Besonders seit Mitte des 19. Jahrhunderts unternahm die katholische Kirche angesichts rückläufiger Gläubigerzahlen große Anstrengungen zur
Rekatholisierung der Bevölkerung. Dabei konnte die Kirche die neuen Möglichkeiten der industriellen Massenherstellung von Wandschmuck, religiösen Andenken,
Devotionalien etc. nutzen. In den Haushalten wurden Gebetszettel, Heiligenbildchen,
Totenzettel, Papstbildchen etc. über Jahre hinweg gesammelt. Im Museum sehen Sie
zahlreiche Objekte, die die Präsenz der Religion im Alltagsleben der Menschen zeigen. Sie begleitet(e) den Christen von der Taufe bis zum Tod. Im Museum läßt sich nachvollziehen, daß es zu allen Gelegenheiten Objekte und Hilfsmittel gab, mit denen die Menschen sich der göttlichen Gnade oder des Schutzes der Heiligen versicherte. Die im Museum ausgestellten Sterbekreuze, Medaillen, Agnus Dei und Skapuliere wurden häufig während der Volksmission erworben. Von den Wallfahrten brachte man Kerzen, Bildchen, Medaillen, Rosenkränze und Reliquienandenken mit.
Auch die Innen- und Außenräume der Häuser und Höfe sowie die umgebende Landschaft waren bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts von der Religion geprägt. In der dazugehörigen Museumspräsentation befindet sich typischer Wandschmuck (Schutzengelbilder, Haussegen, Bilder von Jesus und Maria, Erinnerungsbilder zu Taufe Kommunion, Hochzeit oder Tod), Kruzifixe und Weihwasserbecken, Hausaltäre und Kastenbilder, die in fast allen Haushalten verbreitet waren. Aus dem südlichen Münsterland stammt ein Bildstock mit einer Pieta.
In der Durchdringung und Begründung des täglichen Lebens mit religiösen
Formeln und im Gebet, im kirchlichen Kult und in der Wallfahrt, in Unheil
abwehrenden Formeln und Gegenständen, in Hausinschriften, in Andachtsbildern etc. spiegelt sich eine Harmonie vom Leben als Ausdruck der Religion wider, die für das Münsterland lange Zeit galt und noch teilweise gilt.
Link zum Grundriss 
|